Pluralistisches Schweigen – Oder wie wir als Herde verkauft werden.

Guten Abend alle Zusammen!

 

Ich hoffe Jeder fühlt das Wochenende schon ein bisschen!

 

Um dieses Wochenende besser zu verstehen, evtl. der Weihnacht schon ein Stückchen näher zu kommen, vor den Computer zu kuscheln oder in die Couch… Wer weiß?

Gedenke ich erst einmal diesem schönen Weihnachtsnikolaus.

Dem Nikolaus dem ich am 6. Nahe kam, war ganz schrecklich, denn ich musste dem Aufstoßen schwer zurückhalten, als auch dem vermeintlichen leichten kötzeln.

(Das leichte kötzeln ist eine abgeschwächte Form des Kotzens)

 

Man kennt das… Dieses Aufstoßen von Weihnachten.

Es ist ja Weihnachtsfest.

Man darf ja!

Überall kommen Geschenke angeflogen.

Man glaubt es kaum, Überall gute Laune und in die Männerumkleide reinschießende Trainerinnen.

Das ist einfach klasse!

 

Nein ohne Scherz.

Weihnachten.

Man muss es genießen können. Mal abgesehen, dass ich nächsten Monat meine Zeit in den heimatlichen Gefilden des Altstaates NRW verbringen darf, stoße ich auch gleichzeitig auf interessante Marterie, die ich heute mit dir liebe Leserin teilen möchte.

 

Warum tun wir uns es so schwer mit eigenen Entscheidungen?

Manchmal haben wir es schwer in Großstädten.

In Kleinstädten scheint das Leben oft einfacher. Wir haben oft garnichtmehr das Gefühl das Alles so aufnehmen zu können.

Nehmen wir doch einmal meinen unten wohnenden Nachbarn. Der hatte eben fast Tränen in den Augen, nur weil ich seinen Hund streichelte.

Wow. Der heißt nämlich Brownie und ist der total liebste Hund, den ich je sah.

Aber das tut nicht Jeder und ich frage mich warum. Diesem Grund ging ich nach.

 

 

 

PLURALISTISCHE IGNORANZ –

Verkalten der Gesellschaft, oder doch nur Winter?

 

 

Paranoid könnte man das Buch an der Stelle bezeichnen. Leider.

In Robert Cialdinis – Die Psychologie des Überzeugens geht es nämlich um unseren Herdentrieb und die Aufwendigkeit Entscheidungen zu treffen.

Denn der Mensch ist nicht so kalt geboren.

Gerade zu Weihnachten vielleicht ein ernstes Thema, das uns meiner Meinung nach doch interessieren sollte.

Gerade nach Sankt Martin fiel es mir wieder ein. Ein Gedanke schoß mir in den Kopf vor lauter Wahrheit kaum zu erkennen.

 

 

Oft ist es so, das einem später erst klar wird, welcher Gedanke da floss.

 

Das Verkalten.

Das ewige Verkalten. Ist es denn so schwer Jemandem einen Gefallen zu tun?

Gerade zu Weihnachten sollte es uns doch klipp und klar werden, dass wir nicht der einzige Mensch auf diesem Planeten sind.

Pluralistische Ignoranz ist ein Sozialexperiment, das durchgeführt wurde, gerade durch Cialdinis Experiment, deckt es ein ziemlich starkes Bild der menschlichen Zerüttetheit dar.

Wieso komme ich auf das Thema?

Weil ich glaube, dass du liebe Leserin es schon oft erlebt hast.

Dieses Gefühl, dass da Jemand ist, der einfach nicht mithilft. Der dort steht und gafft und nicht weiß warum.

 

Ich möchte auch in diesem Text die Kleinstädter mit einbeziehen, als auch die Großstädter. Man sagt ja in Cialdinis Buch, das die Gesellschaft in ungefähr 10 Jahren nurnoch aus wenigen Großstädten zusammengewürfelt sein soll.

Die Pluralistische Ignoranz ist eine Massenphänomen, dass wir unterbewusst seit Jahrzehnten verwenden. Unter anderem ist sie die Story warum wir oft an Etwas vorbei gehen, dass sich wohl ereignet, ohne das wir merken, dass es überhaupt statt findet. Es ist programmierte Ignoranz.

 

Das Vorkommnis in Polen

 

Um diesen Nachteil darzustellen, verweise ich einmal auf ein früheres Vorkommnis in Polen, das sich einer Passantin in Wroclaw ereignete.

 

Spät Abends fuhr Sie durch den Schnee.

Der Wind blies ungemein, absurd kaltes polnisches Wetter ereignete sich zu diesem Zeitpunkt, eiskalter Schnee der auf das Fenster von Frau X klatschte. Es waren diese saukalten und klebenden Schneeflocken die sich Stückweise vor das Fenster pappten. Der Wagen fuhr stetig, die Scheibenwischer quietschten beim Auf- und abgehen, es war düster und voller Menschen auf den Bürgersteigen.

Frau X kam zu einer Kreuzung, wo sie aus der direkt gegenüberstehenden Straßenseite Jemanden in eine Art Baustelle fallen sah.

Es war ein offener Straßenposten. Erst dachte Frau X. es wäre Einbildung gewesen, doch kurz nachdem sie sich in dieser befahrenen Gegend am Fußgängersteig entlangschlängelte, packte sie die Angst.

 

„Ist da wirklich eben wer reingefallen?“

 

Sie stieg aus und hetzte über die befahrene Straße. Die Fußgänger passierten die Baustelle an der Straße und gingen einer nach dem Anderen dort vorbei.

Sie kam zum Durchguck und starrte in die Luke.

TATSÄCHLICH! Da war ein armer Kerl mitten in diese Straßengrube reingefallen. Er wand sich dort Unten, sein Kopf grub sich tief in die Erde der Grube.  Nachdem Frau X mehrere Passanten packte und sie zusammen mit Ihnen anwies den Herren aus der dichten Masse zu befreien, war es gerade noch rechtzeitig, dass der Mann gerettet werden konnte. Er wurde direkt ins Krankenhaus gebracht. Fast wäre es ihm finstere Nacht geworden!

 

Die Pluralistische Ignoranz

 

Und das ist Etwas was ich meinerseits schon oft sehen konnte. Auf den Straßen von Essen das erste Mal.

Ein Obdachloser lag mit blutiger Stirn an ein Fenster gelehnt. Er hatte ein Loch im Kopf und ich versuchte ihm zu helfen, weil es für mich schwer war zu verstehen warum Alle vorbei gingen. Auch wenn Essen evtl nicht die größte Stadt der Welt ist. Darum geht es einfach nicht. Sondern es geht um das Phänomen der Pluralistischen Ignoranz.

 

Man sitzt in einer Theateraufführung und da ist eine spektakuläre Frau Stunts am drehen. Sie windet sich und steigt und fällt und geht von der einen makaberen und verkorksten Drehung am Rad in den nächsten Stunt über. Und immer mehr und immer mehr riskiert sie und windet sich.

 

Keiner applaudiert.

 

Sie riskiert mehr.

 

Trick 1.

Kein Applaus.

Trick 2.

Kein Applaus.

Trick 3….

Das Klatschen bleibt aus…

 

 

Die respektlose kalte Gesellschaft

 

Die Gerüchte stehen schon lange im Raume.

Menschen heutzutage sind kälter als vorher. Sie geben wenig auf das Image, dass sie nach Außen erzeugen.

Sie geben wenig auf das Image, das ein in die Grube gefallener Obdachloser macht, das der Typ mit dem Werbeplakat dort vorne auf der Ecke, oder evtl. diese Seiltänzerin im Zirkus macht. Kein Applaus für garnichts.

 

Das Wunder?

Das Wunder ist das, dass der Mensch garnicht realisiert, dass dort Etwas passiert.

 

Der Massensuizid von Jonestown.

 

Das ist kein leichter Tobak. Wer hier leichten Gemütes ist, sollte diesen Text überspringen und auch die Links ignorieren, die hier vorzufinden sind.

Jim Jones, Gründer einer früheren Vereiningung genannt Jonestown trieb mehrere Menschen durch eine Art geplante Isolation in eine Art Massenselbstmord.

Dieser verrückte Gründer, trieb, nachdem er eine eigene Farm mit seinen Vereinigungsmitgliedern in einer Art abwegigen Dschungel gründen wollte eine Art Massensterben.

Er isolierte sie in einen Dschungel und gründete dort ein eigenes Dorf. Da diese Menschen nicht entkommen konnten, gab er die Erlösung als einzige Lösung für ihre Identität an. Seine Erlösung bestand darin sich gemeinsam umzubringen.

 

Was passierte?

 

Sie gehorchten.

 

 

Die Lösung

 

Der Nachteil?

Ist meiner Meinung nach ganz klar zu sehen meine lieben Leser.

Dieser verrückte Kerl Jim Jones trieb sie wie eine Horde gedankenloser Menschen in den Wahnsinn.

Genau das könnte uns aber passieren, wenn wir die Straße herunter schauen und denken es wäre eine Illusion, warum dort Jemand evtl. auf dem Boden liegt. Ich will damit nicht sagen, dass wir von einem psychopathischem Nachbarn terrorisiert werden, sondern das es schon kleine Zeichen der Pluralistischen Ignoranz gibt.

 

Als praktische Anleitung möchte ich ein paar Tips geben.

 

Direkte Ansprache

Wenn man eine Person sofort addressiert und mit dem Finger auf sie zeigt, dann wird sie das mehr realisieren, als wenn man zu einer Menge von Menschen schreit.

Die Pluralistische Ignoranz also das Abspiegeln von Anderen, die meinen nichts zu bemerken, weil sie einen Selbst angucken, der anscheinend auch nichts merkt ist ein Gedankenspiel. „Wenn du denkst, das du denkst, das ich denke, das er denkt…“, das ist ein großes Problem unserer Gesellschaft.

Nicht nur, weil die Anderen höchstwarscheinlich die gleiche Empfindung haben wie man Selbst und sich sehr warscheinlich das gleiche Denken. Nämlich „Warum hilft denn keiner?“…

Addressierung

Ein Fingerzeig oder ein direktes addressieren kann helfen. „Sie da. Können sie bitte kurz rüber kommen.“, das könnte helfen.

 

 

Das war eine kleine Anleitung was zu tun wäre, wenn man so Etwas merkt, natürlich kann man nicht den ganzen Planeten befreien, aber man kann dennoch auch mal Etwas Gutes leisten.

Die Pluralistische Ignoranz ist das Massenschweigen.

Es ist kein gewolltes, kein willentlich herbeigeführtes Konstrukt weil wir als Menschen ja so kalt sind, oder weniger wir als Groß- oder Kleinstädter so falsch und Individuell, sondern eher, weil wir einfach darauf konditioniert sind, viel dem Anderen zu vertrauen was passiert.

 

 

Unterschied unserer Kulturen

 

Wenn ich als Mensch (wie ich als Westeuropäer) so sehr darauf konditioniert bin konsistent mit meinem Verhalten zu sein, sprich meinen Weg zu gehen ohne auf die Beweise von Menschen um mich herum zu achten… Oder, wenn ein Südländer, wie zum Beispiel Kroate, Spanier oder Türke, der anscheinend nicht so diesem Individualismus folgt, sondern eher dem Guck seiner Familie oder Bekannten.

Unterschiede bestehen interkulturell hier in Berlin evtl weniger, aber die Gemeinschaft ist noch immer da und türkische Familien sind da sehr viel mehr darauf konditioniert, nicht so sehr dem Blick des Individuums zu folgen, sondern eher dem Blick der Sozialen Bewährtheit.

 

Pluralistische Ignoranz ist das, was man sieht, wenn man vor die Tür geht und sich zu viele Sorgen darum macht, was um einen herum passiert ohne Einzugreifen.

 

Pluralistische Ignoranz ist das, was einen zuviel nachdenken lässt, wenn man Etwas sieht das heraussticht und eine Gefahrensituation sein könnte.

 

Pluralistische Ignoranz, kann man frühzeitig erkennen.

 

 

Man könnte mehr Lob verteilen, oder evtl. mehr Aufmunterung. Man könnte auch versuchen die eigenen Gefühle besser zu verstehen.

Anscheinend gibt es zwei verschiedene Gefühle um den Impuls zu merken

  1. Bauchgefühl
  2. Gedanken

Bauchgefühl ist meistens Etwas intuitives auf das man sich verlassen kann.

Bauchgefühl täuscht nicht vor Etwas zu sein. Man spürt es einfach.

 

Bauchgefühl ist nicht fakebar

 

 

 

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